IBM Forscher patentieren Technologien für Cloud-Lösungen

Made in IBM Labs: Forscher patentieren Technologien für schnellere Datenanalyse, bessere Leistung und Kosteneinsparungen in der Cloud. US-Patente für eine „Express Lane“ zur Datenanalyse sowie der besseren Nutzung von vorhandenen Ressourcen in der Cloud.

Überholspur für Analyseanfragen
Mit Hilfe von Echtzeitanalyse kann der Zugriff und die Steuerung von Analyseaufgaben in einer Cloud-Umgebung soweit optimiert werden, daß Anwendungen zukünftig effizienter laufen können. Die IBM Erfindung „Predictive Removal Of Runtime Data Using Attribute Characterizing,”( U.S Patent #8,639,809) unterstützt sowohl Cloud als auch klassische IT-Umgebungen, indem sie Daten aus unterschiedlichen Quellen analysiert und priorisiert, um Ineffizienzen und Latenzen bei der Verarbeitung zu verringern.

„Die Verarbeitung von Analysedaten in einer Cloud-Umgebung verläuft ähnlich wie an der Kasse eines Supermarkts: Wenn wir nur bestimmte oder wenige Produkte kaufen, nutzen wir alle gerne die Möglichkeit, an einer separaten Kasse zu zahlen, statt zu warten, bis die Kunden vor uns ihre Großeinkäufe bewältigt haben,“ beschreibt IBM Experte Michael Branson, der gemeinsam mit John Santosuosso die Erfindung zum Patent angemeldet hat, seine Lösung.

„Cloud-Nutzer möchten ihre einfache Datenanalyse sofort prozessieren und nicht erst warten, bis die komplexen Aufgaben von anderen abgeschlossen sind. Unsere Echtzeitanalyse stellt sicher, dass jedes Datenpaket in der Umgebung mit den notwendigen Resourcen versorgt und zeitnah verarbeitet werden kann.“

Die patentierte Technik der beiden Experten führt eine Echtzeitanalyse über die entsprechenden Daten durch – egal ob simple Online-Transaktionen, Sensor- oder Finanzdaten, Video Streams und vieles mehr. Die Software kategorisiert die Datenpakete, indem sie Muster aus früheren, das System verlangsamenden Verarbeitungszyklen mit denen der aktuellen Daten abgleicht.

Die Cloud-Umgebung kanalisiert daraufhin automatisch die entsprechenden Datenpakete, um eine zeitnahe und effiziente Analyse sicherzustellen – im Fachjargon auch Tuple genannt. Die Lösung generiert also quasi eine Überholspur für nicht-komplexe Analyseanfragen, während zeitintensive und problematische Anfrage über andere Resourcen prozessiert werden.

Drei mögliche Ensatzgebiete für die Lösung sind:

  • Senorbasierte Mautsysteme an Straßen, bei denen die Kennzeichen zur Mautberechnung erfasst werden müssen und deren Verschmutzungsgrad einer unterschiedlich langen Analyse bedarf.
  • Die Identifizierung und separate Analyse von verdächtigen Datenpaketen, die in ein Netzwerk gelangen.
  • Die Analyse und Verarbeitung von qualitativ schlechten Audiodaten aus Call Centers, deren Auswertung mehr Resourcen und Zeit benötigen.

Die Erfindung kann auf das gesamte IBM Serverportfolio angewendet werden und dabei helfen, Ergebnisse beispielsweise von IBM InfoSphere Streams weiter zu verbessern.

Automatisches Zusammenführen von Cloud Resourcen
Leonhard Hand, IBM Master Inventor hat eine Erfindung patentiert, die es mit Hilfe von Analysetechnologien erlaubt, die Leistung von Cloud-Umgebungen zu verbessern und gleichzeitig deren Kosten zu reduzieren.

Die Technologie (U.S. Patent #8,676,981 B2 “Routing Service Requests Based on Lowest Actual Cost within a Federated Virtual Service Cloud”) sammelt automatisch Resourcen aus einem oder mehrerer Datencenter einer Cloud, um so ihre effizienteste und effektivste Nutzung sicherzustellen. Nutzer müssen jetzt weniger Zeit investieren, um Resourcen zu beantragen und zu orchestrieren, ohne gleichzeitig die Kontrolle darüber abzugeben, wie und wo ihre Cloud Workloads verarbeitet werden.

„Cloud-Umgebungen entwickeln sich ständig weiter und bieten Nutzern zunehmend mehr Möglichkeiten der Einflußnahme, während gleichzeitig die Kosten für die IT-Abteilungen sinken,“ beschreibt Leonhard Hand die Situation rund um Cloud. „Unsere Lösung gibt den Nutzern genau diese Art von Kontrolle über Handling und Kosten ihrer Workloads.“

Große Cloud-Anbieter wie IBM betreiben globale Netzwerke mit zahlreichen Rechenzentren, um Kunden entsprechende Dienstleistungen auch in ihrem Land unter den dort geltenden Regelungen anbieten zu können. Das oben genannte Patent hilft dabei, die lokalen und globalen Rechenzentren besser zu steuern, damit die Leistung der entsprechenden Anwendung zu verbessern und die Latenzzeiten der jeweiligen Cloud-Umgebungen zu verbessern.

Die Technologie kann auch von so genannten Managed Service Providers (MSP) oder Channel Reseller genutzt werden, die die Cloud-Umgebungen von Drittanbietern nutzen, um ihre eigenen Lösungen darauf laufen zu lassen. So können MSPs beispielsweise ihre Anwendungen von der restlichen Cloud-Umgebung isolieren und so zugeschnittene Preismodelle für ihre Kunden anbieten.   

IBM investiert jährlich rund sechs Milliarden US-Dollar in seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und ist seit 21 Jahren unangefochtener Spitzenreiter bei der Erteilung von US-Patenten. Zum Patentportfolio des Unternehmens gehören Erfindungen wie IBM Watson sowie mehr als 1.500 Patente für Cloud Computing und Big Data Analytics-Technologien, die dem Unternehmen im Zeitalter von Cognitive Computing einen entscheidenen Vorsprung liefern werden.

Ein Drittel diese Patente stammen aus der Systems and Technology Group, die ein breites Produktangebot für private, hybride und offene Cloud-Umgebungen anbietet. Dazu gehören IBM Power Systems und System z Großrechner sowie Speicherlösungen.

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