Trends für 2018 rund um die Cloud

Die ungewisse politische Lage und die Vorschriftenänderungen könnten 2018 für Unternehmen zu einem unberechenbaren Jahr machen. Die richtige Mischung von pragmatischer Kreativität und Initiative zu finden wird von zentraler Bedeutung für Unternehmen sein. 

Mark Lewis, EVP Products & Development bei Interoute skizziert fünf Prognosen für 2018.

Netzwerk und Cloud werden sich die Hand reichen…
… aber das Netzwerk bleibt obenauf. Die Cloud ist jetzt mehr als zehn Jahre alt und ihr Aufstieg verbannte Legacy-Systeme in die Steinzeit, so möchten es uns einige Leute wenigstens glauben machen. Doch in einer Welt in der viele Altsysteme weiterhin gut und kostengünstig laufen, ist jede Diskussion über ihr sofortiges Verschwinden eine Übertreibung. 2018 könnte das Jahr werden, in dem Legacy-Systeme ihren festen Platz in der IT-Welt von Unternehmen finden.

Der Grund ist, dass Maßnahmen zur Integration von Altsystemen in digitale Infrastruktur zur Schaffung hybrider Plattformen immer schneller voranschreiten. Unsere Studie 2017 belegt, dass die Integration von Legacy-Umgebungen in digitale cloudbasierte Anwendungen als die größte Herausforderung für Unternehmen in ganz Europa gilt.

Dies gilt besonders in Bezug auf das Erreichen der gesteckten Ziele hinsichtlich der digitalen Transformation. Anbieter, die das Netzwerk nutzen können, um diese Integration zu ermöglichen, werden eine noch wichtigere Rolle einnehmen. Der Grund: Unternehmen streben verstärkt danach, alle ihre IKT-Assets nahtlos ineinandergreifen zu lassen.

Gleichzeitig werden wir 2018 einen Aufstieg von flexiblen und anwendungsorientierten, cloudbasierten Netzwerken sehen, welche Büros, Datenzentren, Produktionsstandorte und Betriebszentralen miteinander verbinden. Zentraler Punkt ist hier, alle IaaS- (Infrastructure-as-a-Service), PaaS- (Platform-as-a-Service) und SaaS- (Software-as-a-Service) Plattformen näher zusammenzubringen.

Edge Computing und IT-Skalierung im Mantel des Netzwerks
Wir erwarten für 2018 eine zweite Welle der Integration von IT-Infrastruktur. Edge Computing wird durch ein erweitertes anwendungsorientiertes SD-WAN (Software-Defined Wide Area Network) ermöglicht werden.

Die gleiche Infrastruktur, die örtliches Edge Computing mit der zentralen Cloud-Welt verbindet, wird auch das On-Premise Networking und verschiedene IT-Funktionen integrieren und konsolidieren. Dabei wird die lokale Arbeitsauslastung des Netzwerks stark reduziert und somit jede andere IT-Infrastruktur weitestgehend überflüssig gemacht.

Darüber hinaus wird es IT-Direktoren und CIOs die Entscheidungsfreiheit geben, die Arbeitsauslastung über den für die Nutzer optimalen Standort laufen zu lassen und Inhalte zu priorisieren – was die Leistung im jeweiligen Anwendungseinsatz verbessert.

Edge-Computing und SD-WAN sind zwar keine völlig neuen Erfindungen, aber sie bieten neue Anwendungsmöglichkeiten vorhandener Technologien. Diese werden 2018 sicherlich in größerem Maße ausgeschöpft, als dies noch im letzten Jahr der Fall war.

Generell haben IT-Unternehmen triviale, generische Arbeitsauslastungen hinter sich gelassen und widmen sich nun Spezialfällen die jedes Mal individuell abgestimmt werden müssen. Kunden müssen in der Lage sein, programmatisch auf die gesamte IT-Infrastruktur zuzugreifen, um dieses Potential optimal nutzen zu können.

Darum sollten solche Unternehmen in diesem Jahr nach Providern Ausschau halten, die Infrastruktur auch als Code- und vernetzte Edge-Computing-Technologien mit Cloud-Kompatibilität anbieten. Finden Unternehmen solche Angebote bei einem möglichen Provider, ist die Möglichkeit groß, dass sie den richtigen Partner ins Auge gefasst haben.

GDPR – Jetzt handeln um später nicht im Regen zu stehen
Langsam wird es ernst mit GDPR, denn die neue Verordnung tritt am 25. Mai 2018 in Kraft. Es wird viel über die möglichen Geldstrafen für eine Nichteinhaltung von GDPR geredet. Um jedoch die exakte Summe zu bestimmen, benötigt GDPR eine Aufsichtsbehörde, damit die unterschiedlichen Faktoren berücksichtigt werden können.

Es geht unter anderem um die Art der fraglichen Daten, Maßnahmen zur GDPR-Konformität, die das Unternehmen schon im Vorfeld getroffen hat und um mögliche frühere Verstöße. Dies bedeutet, dass Unternehmen, die schon jetzt versuchen, GDPR-Konformität herzustellen oder schon in der Vergangenheit Schritte dahingehend unternommen haben, klar im Vorteil sind. Denn diese Anstrengungen werden sich im Falle eines eventuellen Verstoßes mildernd auf das Strafmaß auswirken.

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