Videos auf Webseiten: Gehört Flash oder HTML5 die Zukunft?

Lange Zeit dominierte Adobes Flash hinsichtlich Animationen und Browserspielen, seit 2006 auch in Bezug auf Videoeinbindungen. Doch nun bekommt Flash Konkurrenz von einem offenen Standard: HTML5.

Wer mit Videos arbeitet, weiß, dass HTML5 viel Potenzial hat, aber noch in der Entwicklung steckt. Was bedeutet dies für Webseitenbetreiber, E-Shops und Unternehmen, die Videos auf ihren Homepages einbetten? Welche Vor- und Nachteile beide Systeme bieten und wohin der Trend geht, erläutert Video-Cloud-Experte MovingIMAGE24.

Hop oder Top?
Steve Jobs erklärte im April 2010 den Flash-Player in seinem offenen Brief „Thoughts on Flash“ als veraltet und unsicher. Kein Wunder, war die Ausgangslage doch der lange währende Streit zwischen der Firma Apple und Abobe und die Weigerung von Apple, Flash-Programme ins iPhone zu integrieren.

Jobs erklärt außerdem, dass HTML5 eine Alternative zu Apps bieten kann. Bisher mussten die Apps speziell für die verschiedenen Betriebssysteme der Smartphones programmiert werden. Durch HTML5 könnten diese über den Browser des mobilen Endgerätes laufen, quer durch alle Plattformen.

Plugins und Installationen:
Im Gegensatz zum Flashplayer sind für HTML5 weder eine Installation noch Updates notwendig, um Videos abzuspielen, da es direkt vom Webbrowser interpretiert wird. Was mobile Endgeräte betrifft, ist HTML5 schon längst auf der Überholspur. Der Trend zum Abruf von Videos über Mobile Devices begünstigt die Nutzung von HTML5 - User möchten heute eine mobile-optimierte Seite, am besten auch mit responsivem Design, sehen.

Flash erfüllt diese Anforderungen nicht, denn die Technik läuft auf mobilen Geräten teilweise nicht oder nur, wenn sie explizit installiert wurde. Bei der Einbettung mit HTML5 genügt das Tag <video> als Kennzeichnung, so dass das Video dann direkt über den Browser-eigenen, standardisierten HTML5-Videoplayer abgespielt wird.

Videoformate und Browser-Unterstützung:
Das proprietäre Flash, das derzeit den Quasi-Standard darstellt, hat den Vorteil, dass es auf ca. 98 Prozent der Desktop-PCs installiert ist. Werden Videos über HTML5 abgespielt, müssen diese in mehreren Formaten bereitgehalten werden (mp4, ogg, WebM), was mit einem viel höheren Aufwand verbunden ist, da diese in bestimmte Codecs transkodiert werden müssen.

Demnach können Video-Inhalte oft nicht via HTML5  angezeigt werden; der Browser unterstützt den Codec entweder gar nicht oder nur einen anderen. Diese Probleme gibt es derartig bei Flash nicht, denn das Flash-Plugin muss lediglich in der richtigen Version auf dem Endgerät des Betrachters installiert sein.

Funktionalität:
Nicht nur in puncto Verbreitung hat der Flashplayer noch die Nase vorn, sondern auch was die Funktionalität anbelangt. So können in Flash z.B. das Skinning des Videoplayers oder interaktive Elemente des Players leichter entwickelt und erstellt werden.

Insgesamt lassen sich Videoplayer an sich also besser in Flash anpassen, was insbesondere dem „Customizing“ zugutekommt. Theoretisch ließe sich dies auch in HMTL5 umsetzen – doch durch die unterschiedliche Darstellung über die verschiedenen Browser ist ein optimales Ergebnis nicht immer gewährleistet.

Sicherheit:
Da die Flash-Software eine der meist verbreiteten ist, ist sie ein beliebtes Angriffsziel für Cyber-Kriminelle. Laut Adobe ist der Flashplayer auf rund einer Milliarde Computern weltweit installiert. Vor allem wegen seinen teils schweren Sicherheitslücken, die den Weg für schädliche Software ebnen, steht der Flashplayer immer wieder in der Kritik.

Durch das Herunterladen und Installieren von Updates müssen diese Lücken dann vom Benutzer wieder geschlossen werden. Bei HTML5 ist die Lage aktuell nicht ganz eindeutig. Einige Experten argumentieren, dass viele Sicherheitslücken geschlossen werden und wiederum andere sind der Auffassung, dass sich neue Risiken ergeben.

Mobile Plattformen:
Bei Videoabrufen über Handys, Smarthphones und Tablets ist Flash standardmäßig nicht mehr integriert, sondern Videos werden über HMTL5-unterstützende Browser abgespielt. Auch wird die Auslastung des Smartphones durch Flash stark beansprucht und das wiederum verbraucht Akku.

„Tatsächlich ist HTML5 im mobilen Web auf dem Vormarsch  und stellt sogar die Technologie der Zukunft in diesem Segment dar. Somit wird der Flashplayer auf den mobilen Endgeräten langsam aber sicher verschwinden und durch HTML5 ersetzt werden“, resümiert Dr. Rainer Zugehört, CEO von MovingIMAGE24.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass HTML5 Flash noch nicht ersetzen kann: zum einen durch die fehlende Standardisierung in Browsern, zum anderen aufgrund des jungen Entwicklungsstadiums.  Vor allem im Online-Video-Bereich ist dies noch ein großes Problem, anders im mobilen Segment; dort wird HTML5 als Technologie der Zukunft angesehen, da Videoeinbindungen auf mobilen Endgeräten bereits jetzt schon nur mittels HMTL5 ausgespielt werden.

MovingIMAGE24 bietet mit dem VideoManager ein Produkt an, das sowohl HTML5- als auch flashkompatibel ist. Im Mobile-Bereich ist die Software dahingehend optimiert, dass es den Gerätetyp erkennt und automatisch das optimale Videoformat liefert.

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