Sechs Dinge, die Sie über Local Area Networks wissen sollten

Auch wenn immer mehr kabellose Endgeräte eingesetzt werden, so bleibt das LAN doch das Herz der Infrastruktur für kabelgebundene und kabellose Kommunikation. Ohne Netzwerk läuft nichts. Um das richtige LAN auszuwählen, müssen Sie Ihre Geschäftsanforderungen kennen und wissen, was die Netzwerktechnologie leisten kann.

Die Terminologie, mit der Anbieter über Netzwerke und Ethernet-LAN-Switches reden, ist oft verwirrend, aber die wesentlichen Konzepte und Grundlagen sind eigentlich ganz einfach.  Wenn Sie Ihr Netzwerk aufrüsten, erweitern oder sogar ganz neu gestalten wollen, müssen Sie sechs Kernideen verstehen, damit Sie die richtige Wahl für Ihr LAN treffen können.

1. Die richtige Kabel-Kategorie
Bevor wir überhaupt zum Switch kommen, müssen wir überlegen, wie wir unsere IP-Geräte anschließen wollen. Server, Drucker, Computer, WLAN Access Points, IP-Kameras, IP-Telefone und Internet-Router benötigen einen Anschluss an das LAN. Sonst werden diese IP-Geräte nicht in der Lage sein, sich miteinander zu vernetzen – weder innerhalb Ihres Unternehmens noch mit der Außenwelt.

Seit 1991 haben sich vier Generationen Kupferkabel - die Kategorien 5, 5e, 6 und 6a - mit jeweils höherem Durchsatz und besserer Leistung entwickelt. Ethernet-Kabel der Kategorie 5 haben als erste die IP-Telefonie unterstützt. Heute nutzen die meisten Infrastrukturen Kabel der Kategorie 6. Mit der Kategorie 6a sind Sie für aktuelle und künftige Anforderungen gerüstet, auch für moderne Applikationen, die eine hohe Bandbreite erfordern.

2.  Der Switch – das Herz aller Dinge
Der Switch bildet das Herz des Netzwerks; alle IP-Geräte werden über ihn angeschlossen. Ethernet-LAN-Switches sind üblicherweise für den Einsatz im „Stack“-Format ausgelegt. Mit standardisierter Höhe und Breite können sie in den meisten Racks und Schaltschränken installiert werden.

Kleinere Unternehmen können ein Switch-Modell wählen, das nur halb so breit ist wie die Standardeinheit und bequem unter einen Schreibtisch passt, wenn es kein spezielles Gestell gibt. Falls das die richtige Wahl für Ihr Unternehmen ist, können Sie sich sogar für ein Modell ohne Ventilator entscheiden, das im Betrieb sehr leise ist – und damit perfekt für das kleine Büro.

Die Anzahl der Ports – also der Anschlüsse auf dem Switch – kann von einem Switch zum anderen variieren, gängige Konfigurationen sind 12, 14 und 48 Ports. An jeden Port können Sie ein IP-Gerät anschließen. Allerdings sind nicht alle Ports identisch, es gibt verschiedene Port-Typen mit unterschiedlichen Merkmalen.

Das Format RJ45 ist am weitesten verbreitet und deshalb wohl auch das Format, das wir am ehesten erkennen. Es ist für den Anschluss der meisten IP-Geräte geeignet. SFP-Ports hingegen werden üblicherweise eingesetzt, um Switches miteinander zu verbinden oder um LAN-Switches mit Servern zu verbinden. Die so genannten „Combo-Ports“ kombinieren beide Formate; ihre RJ45- und SFP-Konnektoren können je nach Bedarf genutzt werden.

3.  LAN-Performance
Die Datenübertragungsrate ist ein wichtiges Merkmal des Switches. Sie hat auch erhebliche Auswirkungen auf den Preis. Um die benötigte Datenübertragungsrate zu ermitteln, müssen Sie alle Applikationen und Endgeräte berücksichtigen, die heute und in den nächsten fünf Jahren das Netzwerk nutzen.

Fast-Ethernet-Switches bieten derzeit eine Geschwindigkeit von maximal 100 MB/s pro Port, während Gigabit-Ethernet-Switches die Daten zehnmal schneller übertragen. Wenn Sie eine zukunftssichere, nachhaltige Unternehmens-IT aufbauen wollen, sind Sie mit Gigabit- oder Gigabit-ready-Ethernet auf der sicheren Seite.

4.  Power im Netzwerk
Jedes IP-Gerät muss mit elektrischem Strom versorgt werden. Für jedes der angeschlossenen Geräte ein eigenes Netzkabel zur Verfügung zu stellen kann schnell zum Problem werden. Ein Switch, der Power over Ethernet (PoE) bietet, löst dieses Problem.

Ein PoE-Switch versorgt IP-Geräte wie Telefone, Kameras und Access Points mit Strom. Er nutzt dafür dasselbe Ethernet-Kabel, über das auch die Daten übertragen werden. Das hat viele Vorteile: Es werden weniger Stromkabel benötigt und weniger Strom verbraucht. Geräte können nicht versehentlich abgeschaltet werden, und eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) kann auch die angeschlossenen Endgeräte absichern.

Allerdings verbrauchen die neuen IP-Geräte viel Strom, deshalb erfordern sie ein leistungsfähigeres PoE, das sogenannte PoE+. Diese Ports können doppelt so viel Strom liefern wie Standard-PoE und deshalb besser sicherstellen, dass Ihr Netzwerk auch dann noch alle IP-Geräte mit Strom versorgt, wenn Ihr Unternehmen wächst.

Egal, für welchen Switch Sie sich entscheiden: Prüfen Sie unbedingt, ob er ausreichend Strom liefert, um alle IP-Geräte zu versorgen. Berücksichtigen Sie dabei auch, dass etwa 15% des Stroms, den der LAN-Switch im Netzwerk bereitstellt, bei der Übertragung über das Ethernet-Kabel verloren geht.

5.  Zahlenspiele: Wie viele Ports? Wie viele Switches?
Um festzulegen, wie viele Ports Sie benötigen, können Sie nicht einfach die RJ45-Anschlussdosen in Ihrem Büro zählen – denn viele Endgeräte werden diese Dosen gar nicht verwenden. Kameras, Server und Access Points werden nicht an Standard Dosen angeschlossen. Selbst IP-Telefone brauchen nicht unbedingt eine eigene Dose, sondern können sich mit einem PC eine Dose teilen. Wenn Sie Ihre Telefonie auf IP umstellen, müssen Sie also keine zusätzlichen Anschlussdosen oder Switches installieren.

Die Entscheidung für einen Switch mit 12, 24 oder 48 Ports hängt von vielen Faktoren Ihrer LAN-Infrastruktur ab. Der wirtschaftliche Aspekt ist ganz einfach: Bei derselben Funktionalität ist es billiger, einen 48-Port-Switch zu kaufen als zwei 24-Port-Switches. Abhängig vom Grundriss Ihres Gebäudes oder aus Sicherheitsüberlegungen kann es aber ratsam sein, sich für zwei Switches mit je 24 Ports zu entscheiden.

Wenn Sie beispielsweise einen 48-Port-Switch für zwei Stockwerke Ihres Gebäudes nutzen wollen, ist der Kabelkanal unter Umständen zu klein für 24 Kabel. Zu berücksichtigen ist auch, dass Ethernet-Kabel teuer ist und nur bis zu einer Länge von 100 Metern eingesetzt werden kann.

Falls ein Switch ausfällt, würde das einen Totalausfall des Netzwerks bedeuten, wenn Ihre komplette LAN-Infrastruktur auf einem einzigen Switch basiert. Wenn Sie die Anschlüsse aber auf zwei Switches verteilen, können Sie beim Ausfall eines Switches den Netzwerkbetrieb (zumindest teilweise) aufrechterhalten.

6.  Mehre Switches einsetzen
Wenn Sie Ihr LAN mit zwei oder mehr Switches betreiben, müssen Sie sie miteinander verbinden. Die gängigste Methode dafür bezeichnet man als „Stack“. Dabei stapeln Sie die Switches übereinander und verbinden sie über den Stack-Port – ganz einfach! Dieser Stapel von Switches kann nun wie ein einziger Switch verwaltet werden, was die Konfiguration und die Wartung des Systems erheblich vereinfacht. Achten Sie aber darauf, dass Sie die Switches nicht über Access-Ports verbinden, da die benötigte Datenkapazität die Kapazität dieses Ports überschreiten kann.

Wenn Sie zusätzliche Ports benötigen und deshalb weitere Switches hinzufügen müssen, können Sie mehrere Stacks über einen Aggregation-Switch verbinden. In diesem Fall muss für die Verbindung der Uplink-Port genutzt werden, der einen hohen Durchsatz zwischen Switches ermöglicht. Aus Sicherheitsüberlegungen wird geraten, zwei Aggregation-Switches zu installieren, wobei der zweite als Backup des ersten dient.

IAVCworld per E-Mail folgen