UC-Lösungen mit Federation - Facebook Killer?

Der unabhängige Softwarehersteller ESTOS stellt mit ProCall 4.0 Enterprise erstmals eine Unified Communications-Lösung mit der sogenannten Federation-Technologie vor.

Die Federation basiert auf einem Web 2.0 Vernetzungskonzept: Es bietet Unternehmen die Grundlage, ihren Mitarbeitern typische Leistungsmerkmale bereitzustellen, wie sie bislang vor allem von den bekannten sozialen Netzwerken - beispielsweise Facebook, ICQ oder Skype - angeboten werden. Zahlreiche Gründe sprechen dafür, dass Unified Communications- Lösungen mit Federation-Funktion, wie das neue ProCall 4.0 Enterprise, in Unternehmen zukünftig die tragende Rolle im Kontext sozialer Netzwerke einnehmen werden.

Die Unified Communications-Lösung ProCall 4.0 Enterprise mit Computer Telephony Integration, Office Integration, Präsenz-Management und Instant Messaging wurde in ihrer neusten Version um die sogenannte Federation erweitert. Hierbei handelt es sich um ein Internet-Vernetzungskonzept für Unternehmen nach dem Prinzip sozialer Netzwerke.

Es schafft auf der Grundlage offener Standards (z.B.SIP/SIMPLE) und sicherer Protokolle (z.B.TLS) einen vertraulichen Rahmen für die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern "befreundeter" Unternehmen, mit dem Ziel, insgesamt die Zusammenarbeit (Collaboration) zu verbessern. Ähnlich wie bei sozialen Netzwerken entscheidet der Nutzer, mit wem er "befreundet" sein, und Instant Messages (Chat) und Präsenz-Informationen austauschen möchte.

Im Gegensatz zu den bekannten öffentlichen Diensten verfügt das Unternehmen mit der Federation-fähigen UC-Lösung über eine eigene, flexibel vernetzbare Plattform. Diese ermöglicht dem jeweiligen Administrator gemäß Firmenpolitik zu definieren, mit welchen anderen Unternehmen Vertrauensnetzwerke gebildet werden dürfen. Dabei werden auch die Qualität der Informationen, sowie die jeweilig nutzbaren Dienste festgelegt. Ist dieser erste Handschlag für eine Vernetzung - beispielsweise mit einem Kunden, Lieferanten oder Geschäftspartner - getan, können sich im zweiten Schritt die Mitarbeiter untereinander vernetzen.

Hierbei wird dann von dem Einzelnen in Form von Berechtigungsstufen entschieden, welche Informationen für "befreundete" Kontakte sichtbar sein sollen. Die Bandbreite der möglichen Präsenz-Informationen reicht von "verfügbar bzw. beschäftigt" bis hin zu genaueren Informationen - beispielsweise "abwesend im Termin" mit dem entsprechenden Betreff aus dem Outlook Kalender. Die Vorteile einer solchen Lösung liegen auf der Hand: Durch das virtuelle "Zusammenrücken" einzelner Kontakte - auch an unterschiedlichen Standorten - gestalten sich die Kommunikationsprozesse insgesamt einfacher und agiler, was zu einer Erhöhung von Effizienz und Produktivität im Unternehmen führt.

Beim Vergleich der Konzepte "öffentlicher sozialer Netzwerke" mit "Federation Netzwerken" ergeben sich drei wesentliche Unterschiede. Aus der Anwenderperspektive auf den ersten Blick ersichtlich: Mit der Federation verwenden die Nutzer für ihre Kommunikation Adressen, die ihre Firmenzugehörigkeit zeigen und in der Regel wie ihre Firmen-E-Mail-Adresse lauten.

ESTOS geht davon aus, dass sich eine ähnliche Etikette ergeben wird, wie Sie heute bei EMails selbstverständlich ist. Im Geschäftsverkehr wird heute erwartet, dass die E-Mail- Adresse die entsprechende Firmenzugehörigkeit zeigt, während mit einer E-Mail-Adresse eines öffentlichen Dienstanbieters typischerweise Privatpersonen kommunizieren. An zweiter Stelle und vor allem für das einzelne Unternehmen von großer Bedeutung: Die Kommunikation läuft direkt zwischen den Unternehmen und nicht über einen Server Dritter.

Genau hier liegt der Schwachpunkt der öffentlichen Dienstanbieter: Sie analysieren die Inhalte für eine Umsetzung ihrer Geschäftsmodelle. Drittens basiert die Federation auf offenen Standards und ermöglicht eine Vernetzung unterschiedlichster Systeme - in weiteren Schritten auch - wenn gewünscht - mit öffentlichen Netzwerken.

Die Federation ermöglicht eine autarke und direkte Vernetzung von "befreundeten" Unternehmen und deren Mitarbeitern und macht somit Facebook & Co. für diesen Zweck überflüssig. Für eine Kommunikation mit Mitgliedern, die sich ausschließlich in diesen Communities bewegen wird, es zukünftig Schnittstellen geben. Im geschäftlichen Umfeld werden die öffentlichen Dienste aber eine Nebenrolle spielen, die mit dem Status von AOL oder Compuserve in Bezug auf die aktuelle E-Mail-Kommunikation vergleichbar ist.

Hierzu Christoph Lösch, Geschäftsführer bei ESTOS: "Ein Unternehmen kann kein Interesse daran haben, dass vertrauliche Informationen, die Mitarbeiter mit anderen austauschen, die Grundlage für die Geschäftsmodelle anderer Firmen darstellen. Andererseits schätzen die Mitarbeiter die modernen Kommunikationsmittel wie Präsenz-Informationen und Instant Messaging und steigern durch deren Nutzung ihre Produktivität.

Die Federation löst dieses Dilemma auf. Sie ermöglicht dem Unternehmen wieder die Hoheit über die Informationen zu erlangen und stellt die nutzenstiftenden Anwendung gleichzeitig allen Mitarbeitern zur Verfügung. Sie liefert mit Präsenz-Information und Instant Messaging die Alternative für die unternehmensübergreifende Kommunikation zu den bislang verbreiteten öffentlichen sozialen Netzwerken.

Im Gegensatz zu Facebook, ICQ, Skype & Co. kann das Unternehmen mit der Federation die Vernetzung und Nutzung der Kommunikationsmittel durch die Mitarbeiter gestalten und - falls notwendig - regeln. Professionelle Unified Communications- Lösungen mit Federation werden daher in den kommenden Jahren in Unternehmen den sozialen Netzwerken sehr schnell den Rang ablaufen und diese ins private Umfeld zurückdrängen. Ob dann Firmen wie Facebook ihren enormen fiktiven Unternehmenswert weiter rechtfertigen können, kann so gesehen bezweifelt werden - insofern kann man von der Federation als Facebook Killer sprechen!"

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