Große Unternehmen verhalten sich abwartend bei Social Media

Social Media ist noch nicht überall in den deutschen Unternehmen angekommen. Große Firmen sind noch nicht so aktiv wie kleine, und Unternehmen aus dem B2C-Bereich sind deutlich Social-Media-affiner als Firmen aus dem B2B-Bereich.

Dies zeigt sich als Ergebnis einer Umfrage von Damovo unter Besuchern der Nürnberger Mailingtage aus den Bereichen Marketing und Vertrieb.

Damovo hat auf den Nürnberger Mailingtagen eine Befragung unter 200 Marketing- und Vertriebsexperten durchgeführt. Das Thema: "Unternehmenskommunikation 3.0 - Telefonieren Sie noch oder kommunizieren Sie schon? Status quo deutscher Unternehmen". (1) Eines der wichtigsten Resultate der Umfrage:

Große Unternehmen verhalten sich abwartend bei der Nutzung von Social Media. 41% der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern sind schon bei Social Media aktiv. 59% der Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern nutzen Social-Media-Plattformen, bei Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern sind es 43%. Mögliche Ursachen für die Vorreiterrolle kleiner Unternehmen sind flachere Hierarchien, flexiblere Unternehmensstrukturen und schnellere Entscheidungswege. Oft sind kleine Unternehmen für neue Technologien aufgeschlossener als große Organisationen, die Gefahr laufen, wichtige Trends zu verpassen.

Facebook wird von fast allen befragten Unternehmen aus dem B2C-Bereich (93%) eingesetzt, während für Unternehmen aus dem B2B-Bereich Xing (71%) die wichtigste Plattform darstellt. Bei Twitter sind mit 47% (B2C-Unternehmen) beziehungsweise 46% (B2B-Unternehmen) keine Unterschiede erkennbar. Bei YouTube (43% vs. 32%) und Blogs (37% vs. 20%) dagegen dominieren ganz eindeutig wieder die B2C-Unternehmen.

Eine mögliche Ursache für die Unterschiede zwischen B2C- und B2B-Unternehmen: B2C-Unternehmen sind Endverbraucher-getrieben, achten darauf, was ihre Kunden denken und halten sich schneller dort auf, wo sich ihre Zielgruppe befindet. Daher sind sie bei der Zielgruppenansprache über Social Media den B2B-Unternehmen einen Schritt voraus. Das zeigt sich auch bei einem Vergleich der Einsatzgebiete von Social-Media-Plattformen. Sei es Imagebildung, Austausch mit Kunden, zusätzlicher Informationskanal, Network oder Kundenakquise – B2C-Unternehmen haben mit Ausnahme der Kundenakquise in allen anderen Bereichen einen Vorsprung.

"Social Media ist dabei, die Art und Weise zu verändern, wie Unternehmen mit ihren Kunden kommunizieren. Das gilt sowohl für B2C- als auch für B2B-Unternehmen", sagt Carl Mühlner, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Damovo in Düsseldorf.

"Statt theoretische Überlegungen anzustellen, was sein könnte und welche möglichen Hindernisse es gibt, lautet mein Rat: ausprobieren. Unternehmen sollten ein klar definiertes Projekt aufsetzen, sich Ziele setzen und testen, welche Social-Media-Plattformen am besten zu ihnen und ihren Kunden passen. Wer sich das nicht alleine zutraut, sollte den Rat und das Know-how von Experten hinzuziehen, die über Erfahrungen mit der Umsetzung und dem Einsatz von Social-Media-Plattformen sowie der Integration in umfangreiche Unified-Communications- und Collaboration-Lösungen verfügen."

(1) Bei der Umfrage wurden Unternehmen aus Branchen wie Dienstleistungen, produzierendes Gewerbe, Handel, Informations- und Telekommunikationstechnologie, Transportwesen, Banken und Versicherungen, Gesundheitswesen und Bauindustrie berücksichtigt. 42% der Befragten kamen aus Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern, 34% aus solchen bis zu 500 Mitarbeitern und 24% aus Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Zum größten Teil sind die Befragten im B2B-Umfeld tätig (56%).

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