Manager sitzen immer oefter in der Holzklasse

Globales Arbeiten war gestern: In der Krise streichen die Unternehmen ihre Reisebudgets zusammen. Statt im Flieger sitzen Deutschlands Manager vor dem Bildschirm und konferieren mit ihren Kollegen und Geschäftspartnern per Videoübertragung.

Das setzt den Geschäftsreiseveranstaltern stark zu. Der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) rechnet in den kommenden Monaten mit regelrechten Marktverwerfungen. Angesichts steigenden Kostendrucks gestatten Unternehmen ihren reisenden Mitarbeitern nicht nur weniger Komfort, viele Reisen werden gleich ganz gestrichen.

Etwa ein Drittel der Unternehmen plant im laufenden Jahr mit weniger Geschäftsreisen, gut die Hälfte rechnet mit stagnierenden Ausgaben. Das prognostiziert der Verband Deutsches Reisenmanagement (VDR). Das wird voll auf die Ergebnisse von Hotels, Mietwagenanbietern, Fluglinien und Bahn durchschlagen. 37 Prozent der Firmen wollen an Flugkosten sparen, 33 Prozent an Hotels, 29 Prozent an Mietwagen und 26 Prozent an der Bahn. Und diejenigen, die die Angebote weiter nutzen, sparen am Komfort. „Man spart beim Verkehrsmittel und bei der Hotelauswahl, etwa mit der Buchung von Ein- oder Zwei–Sterne-Hotels“, beobachtet VDR-Präsident Dirk Gerom.

Das trifft die Anbieter hart. „Jeder zweite Euro, der in deutschen Hotels ausgegeben wird, kommt von Geschäftsreisenden“, erklärt Gerom. „Das Geschäftsreiseaufkommen subventioniert gewissermaßen den Urlaubstourismus.“ Ergo: Fällt dieses Aufkommen weg, steht die Branche vor einem Problem. Das zeigt sich auch an der Umsatzverteilung: 2008 lag der Umsatz mit Geschäftsreisen mit 46,6 Mrd. Euro fast gleichauf mit den 53,3 Mrd. Euro, die im Tourismusgeschäft eingenommen worden.

Allerdings sind Unternehmen schlecht beraten, blind beim Reisen zu sparen. Wer etwa seine Mitarbeiter dazu verdonnert, statt in der Business- in der Economy-Class nach Asien zu fliegen, macht unter Effizienzgesichtspunkten nicht unbedingt einen Gewinn. Denn ein geräderter Holzklassen-Reisender muss sich nach Ankunft erstmal ausruhen und verliert so viel Zeit. Mangelnder Komfort kann so zu mangelnder Produktivität führen. „Dieser Gedanke gilt im Prinzip für alle anderen typischen Reiseelement, vom Zimmer bis zur Mietwagen-Kategorie“, sagt Gerom.

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