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Firmen haben Vorbehalte gegen Videonutzung

Österreichs Unternehmer und Mitarbeiter sind sich zwar bewusst, dass sich mit Videonutzung Geld sparen lässt. Selbst einsetzen wollen sie Videoanwendungen allerdings nicht, zeigt eine Studie des Instituts Marketagent unter 1000 Personen.

71 Prozent der Befragten geben an, dass Unternehmen von einer stärkeren Videonutzung profitieren können. Besonders positive Auswirkungen sehen die Befragten auf die Bereiche Werbung, Marketing und PR sowie Aus- und Weiterbildung mittels Schulungen über den Bildschirm.

Die Frage, ob Videoanwendungen im eigenen Betrieb eingesetzt werden soll, beantwortet hingegen mehr als die Hälfte mit nein. Besonders groß ist die Ablehnung von Videokonferenzen und Videotelefonie.

Tote Reisezeit sparen
"Die Mitarbeiter wollen nicht aus ihrer Komfortzone heraus, weil Videonutzung die Prozesse im Betrieb gravierend ändert", sagt Achim Kaspar, General Manager von Cisco Austria, eines Anbieters von Netzwerk-Lösungen für das Internet. Auch bei Cisco wurden die Abläufe verändert: Reisten die Cisco-Mitarbeiter früher zu vielen Terminen per Flugzeug, so müssen seit Ausbruch der Wirtschaftskrise Flüge vom Vorstand genehmigt werden.

"Wir haben damit 90 Prozent der Flugreisen eingespart", so Kaspar. Halbstündige Meetings im Ausland, für die ein Mitarbeiter den ganzen Tag unterwegs ist, seien somit Geschichte. "Videokonferenzen sparen viel tote Zeit und steigern die Produktivität der Mitarbeiter", betont Kaspar.

Zudem zeige sich ein Unternehmen innovativ und attraktiv, wenn es Videos verwende und die Firma mit einem Kurzfilm auf seiner Internetseite präsentiert. "Denn die Wettbewerber sind nur einen Mausklick entfernt", sagt Kaspar.

"Das Thema Videonutzung ist bis jetzt noch nicht bei der Unternehmensleitung angekommen", sagt Gerhard Laga, Leiter des E-Center der Wirtschaftskammer Österreich. Laut der Umfrage zieht jeder zweite heimische Manager eine Flugreise einer Videokonferenz vor. "Es ist ein Umdenken nötig, und die Chefs müssen es vormachen", so Laga.

Anfangskosten als Hürde
Er glaubt, dass viele Unternehmer vor allem die Anfangskosten für eine Video-Anlage als Hürde sehen. "Aber sie müssten dabei bedenken, wie viel Geld sie gleichzeitig bei den Reisekosten sparen", sagt Laga.

"In weniger als einem Jahr rechnet es sich ein Videokonferenz-System", sagt Kaspar. Eine einfache, Internet-basierte Videokonferenz-Einrichtung sei bereits für knapp über 20 Euro zu haben, so Kaspar. Eine professionelle Anlage, bei der ein Raum für Videokonferenzen adaptiert wird, koste zwischen 10.000 und 12.000 Euro.

Ein weiterer Vorbehalt gegen Videokonferenzen ist, dass sie unpersönlich seien – problematisch ist dies vor allem im Vertrieb, bei der die persönliche Beziehung zum Kunden wichtig ist. "Es lassen sich nicht alle Treffen ersetzen, aber sehr wohl die Standardbesprechungen", räumt Kaspar ein. Damit ließen sich 20 bis 30 Prozent der Reisekosten einsparen.

Wurde vor einigen Jahren noch die Qualität bei Videokonferenzen kritisiert, so sei nun die Bildschirmauflösung und Telefonverbindung für die professionelle Nutzung vorhanden.

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