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Ciscos Liebe zum Video wächst weiter

Der Netzwerkausrüster Cisco Systems will den norwegischen Anbieter von Videokonferenz- Systemen Tandberg für rund 3 Mrd. US$ übernehmen. Cisco biete für alle ausstehenden Aktien jeweils 153,5 norwegische Kronen, teilte der US-Konzern am Donnerstag mit.

Mit 30 Mrd. $ Cash-Reserven gilt Cisco als sehr liquide - und will sich teilweise neu orientieren. Im vierten Quartal brach der Gewinn um fast die Hälfte auf 1,1 Mrd. $ ein. Cisco ist weltgrößter Netzwerkausrüster. Dieser Markt aber bietet für das Unternehmen nur noch wenig Wachstumspotenzial, weswegen der Konzern auch ankündigte, weiter aggressiv expandieren zu wollen. Cisco beschäftigt mehr als 66.000 Mitarbeiter, Tandberg 1350.  

Cisco Systems hat in den letzten Jahren mehr als 100 Firmen gekauft Bekannt ist der 1984 von einer Wissenschaftlergruppe gegründete Cisco-Konzern für seine Rechnernetze und Infrastrukturlösungen für das Internet. Seit einigen Jahren jedoch drängt das Dow-Jones-Mitglied verstärkt in den Markt für Endverbraucher und - wie in diesem Fall - in den für Firmenkunden. Cisco ist daran interessiert, möglichst viel Traffic auf seinen Netzwerken zu erzeugen - etwa durch die Übertragung von Bewegtbildern.

Tandberg ist einer der bekanntesten Herstellern von Videokonferenzsystemen. Mit dessen Kauf setzt Cisco auf das steigende Volumen von Videos, die über das Internet geschickt werden. Allerdings sind die Amerikaner keine Newcomer auf diesem Gebiet: So gehören die Videokonferenz-Technologie Telepresence und der Online-Meeting-Dienst Webex zum Portfolio des Konzerns.

Der Markt für Videokonferenzen ist angesichts der Wirtschaftskrise in den Fokus gerückt, denn Unternehmen auf der ganzen Welt geben weniger Geld für Geschäftsreisen aus, worunter beispielsweise die Fluggesellschaften leiden. Videoschaltungen gelten als günstige Alternative, mit Kunden und Mitarbeitern zu konferieren. Doch häufig hakt die Technik, wenn die Konferenzsysteme nicht mit dem Netzwerk kompatibel sind. Cisco könnte dank seiner Netzwerk-Expertise Komplettlösungen anbieten.

Das Unternehmen ist darüber hinaus generell am Bewegtbildmarkt interessiert und hatte im vergangenen Jahr beispielsweise den Digicam-Hersteller Pure Digital gekauft, Erfinder der mittlerweile legendären Flip-Minikamera. Sie war zeitweise der meistverkaufte Camcorder in den USA und hatte vor allem wegen ihrer leichten Bedienung Millionen von Fans gewonnen.

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