Neue Untersuchung von AT&T zum Thema IKT

Eine neue Untersuchung von AT&T zeigt, dass die Informations- und Kommunikations Technologie (IKT) Produktivitätssteigerungen in Milliardenhöhe bewirken und die globale Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Wirtschaft fördern.

Eine Erhöhung von IKT-Investitionen auf dem Niveau anderer Regionen, könnte Europa Produktivitäts- steigerungen im Wert von hunderten Milliarden Euro einbringen, wie ein von AT&T bei dem führenden Wirtschaftsforschungsinstitut Oxford Economics beauftragtes Forschungs- projekt zeigt.

Produktivitätssteigerungen und Investitionen in IKT sind eng miteinander verbunden, doch im internationalen Vergleich fällt Europa weiter zurück. Wenn Europa die Investitionen in IKT bis 2020 auf das Niveau der USA ausbauen würde, könnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Europa um weitere fünf Prozent steigen, stellt die Studie fest. Dies entspricht nach heutigen Preisen einem Plus in Höhe von rund 1.500 Euro pro Person. Produktivitätssteigerungen machen dabei rund ein Drittel der Summe von rund 220 Milliarden Euro, oder 1,5 Prozent des BIP, aus.

In einigen Ländern die gegenwärtig eine Wachstumsflaute erleben – zum Beispiel Spanien und Italien – würden die Auswirkungen auf das BIP nach heutigen Preisen bei etwa sieben Prozent, oder 100 beziehungsweise 140 Milliarden Euro liegen.

„Produktivität ist der Grundpfeiler des Wirtschaftswachstums. Es gibt klare Anhaltspunkte, dass Investitionen in Technologie die Unternehmen in Europa produktiver und wettbewerbsfähiger machen. Gerade in diesen wirtschaftlichen harten Zeiten ist dies ein bedeutender Wachstumsfaktor. Die Untersuchung beleuchtet den Zusammenhang zwischen Technologie- Investitionen und Produktivitätssteigerungen und erlaubt es uns, besser zu verstehen, wie sich Erträge aus den Investitionen in IKT steigern lassen“, erklärt Andrew Edison, Regional Vice President für EMEA bei AT&T.

Das sind die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Bericht:

  • Europa – mit Blick auf IKT-Investitionen im Jahr 1991 auf gleichem Niveau mit den USA – liegt heute in diesem Bereich um etwa zwei Drittel hinter den USA, die hier weltweit führend sind.
  • Diese Diskrepanz bei den IKT-Investitionen hat Europas relative Produktivität erheblich beeinträchtigt – sie befindet sich derzeit auf 50 Prozent des US-Niveaus.
  • Investitionen in IKT produzieren größere Produktivitätssteigerungen als andere Formen von Kapitalinvestitionen. Dieses zusätzliche Wachstum oder „IKT-Dividende" macht nahezu ein Drittel des unmittelbaren „Returns on Investment“ von 20 bis 25 Prozent aus.

Der Forschungsbericht zeigt auf, in welchem Maße einige Länder besonders betroffen sind:

  • Mit Blick auf die Produktivität sind Skandinavien und Großbritannien in Europa führend. In den letzten 15 Jahren haben sie ein durchschnittliches Wachstum der Arbeitsproduktivität zwischen 1,7 und 2 Prozent pro Jahr erzielt.
  • Innerhalb Europas haben Italien und Spanien IKT am wenigsten genutzt, um die Produktivität anzukurbeln. Seit 1995 lag die jährliche Arbeitsproduktivität im Durchschnitt nur bei 0,3 Prozent beziehungsweise  bei 0,8 Prozent.

Die Studie vermittelt eine klare Botschaft für Regierungen und politische Entscheidungsträger. Oxford Economics zieht den Schluss, dass die Politik einen direkten Einfluss auf die Wirksamkeit von IKT-Investitionen und deren Produktivitätsgewinne hat.

Europäische Regierungen könnten wirtschaftliches Wachstum erheblich fördern, wenn IKT effektiver in der Wirtschaftsplanung berücksichtigt würde. Zudem würde es Europa helfen, Wachstumsmärkte, die Technologie sehr schnell adaptieren, auf Distanz zu halten. Hauptansatzpunkte, die die Produktivität verbessern würden, beinhalten die europaweite Harmonisierung von Datenschutzgesetzen in Europa, die Überarbeitung von Regulierungen bezüglich der Weitergabe von Daten, und die ständigen Anpassungen von Sektor-Strategien im Hinblick auf technologische Entwicklungen.

„Unsere Recherchen haben ergeben, dass Unternehmen in Europa erheblich von höheren Investitionen in IKT profitieren“, erklärt Adrian Cooper, CEO von Oxford Economics. „Allerdings müssen sie auch die zentralen immateriellen Ressourcen, wie beispielsweise das Know-how der Mitarbeiter oder administrative Verbesserungen berücksichtigen, die ihnen ermöglichen, das meiste aus ihren Investitionen heraus zu holen. Gleichzeitig müssen die Regierungen die Regulierungsbestimmungen ständig anhand der fortschreitenden technologischen Entwicklungen anpassen, um den maximalen Ertrag auf EU-Ebene gewährleisten zu können.“

„Europa ist gefordert, seine Produktivität zu steigern und IKT-Investitionen sind das Ass im Ärmel, um genau das zu erreichen“, meint Fabio Colasanti, Präsident des International Institute of Communications und leitender Berater beim European Policy Center. „Regierungen müssen die Prioritäten bei IKT-Investitionen effektiver setzen und sich darauf konzentrieren, die richtigen Bedingungen für Investitionen zu schaffen. Dies bedeutet in erster Hinsicht flexiblere Arbeitsmärkte, eine Verbesserung der IKT-Infrastruktur und auch eine bessere IKT-Ausbildung. Reformen auf diesen Gebieten werden erhebliche Produktivitätsgewinne mit sich bringen und das Wachstum in Europa nachhaltig fördern. Zudem gibt es weitreichende und ebenso wichtige Erträge in sozialer Hinsicht durch IKT-Investitionen. Diese beinhalten einen besseren Zugang zu Bildung, elektronische Gesundheitsdienste (e-health), und Verbesserungen im Transportwesen. Politische Entscheidungsträger sollten alles ihnen mögliche tun, um sicherzustellen, dass der digitalen Agenda in Europa die notwendige Unterstützung gewährt wird.“