Wissenschaftler erarbeiten neues Konzept für nachhaltiges Wirtschaften

Eine neue internationale Studie mit dem Titel „A New Mindset for Corporate Sustainability“ skizziert ein neues Verständnis von Nachhaltigkeit und zeigt auf, wie die Anforderungen von Investoren, Gesellschaft und Umwelt in Einklang gebracht werden können.

Erstellt von Experten angesehener Institute in China, Singapur, Spanien, Großbritannien und den USA, enthält das Papier  auf der Basis einer systematischen Auswertung von Fallstudien und des aktuellen Standes der internationalen Forschung zu diesem Thema prägnante Hinweise für Unternehmen. Außerdem werden zehn Schritte aufgezeigt, mit denen Unternehmen durch nachhaltiges Handeln zu Innovatoren werden können. Mit einem neuen Ansatz, dem die Wissenschaftler die Bezeichnung S²AVE (Shareholder and Social Added Value with Environmental Restoration) verliehen haben, unterstreicht der Report die Bedeutung der Nachhaltigkeit als Triebkraft für  die Innovation in allen Teilen des Geschäftslebens.

Die wichtigsten Aussagen dieser neuen Veröffentlichung sind: 

  • Für ein profitables Wachstum müssen Unternehmen im Wesentlichen die drei Aspekte Anteilseigner, Gesellschaft und Umwelt gleichermaßen im Blick behalten.
  • Die Konzentration auf einen dieser Bereiche auf Kosten der anderen beiden kann den langfristigen Erfolg des Unternehmens in Frage stellen.
  • Zur Umsetzung dieser dreifachen Strategie ist es am vorteilhaftesten, den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit zu legen, was es den Unternehmen erlaubt, innovativ zu handeln, sich vom Wettbewerb abzuheben und erfolgreich zu wirtschaften.

Obwohl das Wissenschaftlerteam sich mehrmals zu persönlichen Diskussionen zusammenfand, waren dafür keine Langstreckenreisen notwendig. Stattdessen wurden alle Besprechungen über Cisco TelePresence abgewickelt, ein hochauflösendes Videokonferenzsystem, bei dem die Teilnehmer sich gegenseitig in Lebensgröße sehen. Damit war es der Gruppe möglich, sich zu „treffen“ und ihre Arbeitsergebnisse wie in einem herkömmlichen Meeting zu diskutieren, während gleichzeitig der Reiseaufwand und somit die Umweltfolgen dieser Zusammenarbeit minimiert werden konnten. 

An dem Papier haben die folgenden Wissenschaftler mitgearbeitet: 

  • Professor David Grayson, Director, Doughty Centre for Corporate Responsibility, Cranfield School of Management (Großbritannien)
  • Professor Zhouying Jin, Director, Center for Technology Innovation and Strategy Studies  of  Chinese Academy of Social Sciences; Chairman, Future 500 (China)
  • Dr. Mark Lemon, Centre for Resource Management and Efficiency, Cranfield University (Großbritannien)
  • Dr. Miguel Angel Rodriguez, Director of the Base of the Pyramid Learning Lab, and Lecturer in General Management, IESE Business School, University of Navarra (Spanien)
  • Professor Sarah Slaughter, Senior Lecturer, Behavioral and Policy Sciences (BPS), Sloan Management School, Massachusetts Institute of Technology (MIT) (USA)
  • Professor Simon Tay, Singapore Institute for International Affairs, National University of Singapore (Singapur)

Professor Sarah Slaughter vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) sagte: „Die Art und Weise, wie diese Studie zustande kam, gab uns allen die einzigartige Gelegenheit, auf eine neue Weise zusammenzuarbeiten und unsere Meinungen auszutauschen. Von entscheidender Bedeutung war, dass wir durch die Möglichkeit des weltweiten Gedankenaustausches erkennen konnten, wie wichtig eine engagierte, visionäre Führungsarbeit ist, um Innovation durch Nachhaltigkeit zu erreichen. Die Untersuchung zeigt, wie sich Unternehmen unter der richtigen Regie die Nachhaltigkeit zunutze machen können, um neue Märkte zu erschließen und zu kontrollieren, die ihnen andernfalls verschlossen bleiben würden, wodurch eine langfristige Zukunftssicherung möglich ist.“

Professor Slaughter ergänzt: „Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die bisherige Betrachtungs- weise bei der Berücksichtigung der drei Zielgruppen – Anteilseigner, Gesellschaft und Umwelt – nicht länger hauptsächlich unter dem Shareholder-Aspekt behandelt werden sollte. Stattdessen sollten sich die Strategien ganzheitlich auf alle drei Bereiche gleichzeitig konzentrieren, da, wie unsere Fallstudien gezeigt haben, jeder dieser Stränge Vorteile für die anderen bieten kann.“

Professor Zhouying Jin von der Chinese Academy of Social Sciences kommentierte: “Dies war eine einzigartige Gelegenheit für uns, zusammenzuarbeiten und ein Dokument zu erstellen, dass für Unternehmen überall auf der Welt nützlich sein kann. Aus unseren Diskussionen wurde deutlich, dass Unternehmen schneller kommerzielle Erfolge erzielen können, wenn wir uns weltweit über nachhaltige Vorgehensweisen austauschen. Nachhaltiges Handeln sollte nicht als ein Kostenfaktor für Unternehmen betrachtet werden, im Gegenteil: Wir sollten es als Chance verstehen. Wir sind sogar der Meinung, dass sie für Unternehmen der beste Weg ist, um Innovationen zu realisieren und ihre eigene Zukunft zu sichern.“

Eine einzigartige Zusammenarbeit:
François Barrault, CEO von BT Global Services, erklärte: „BT und Cisco haben gemeinsam ein Projekt gestartet zu einem Thema, das für beide Unternehmen sehr wichtig ist. Dadurch, dass wir die Technologie und die Infrastruktur, die wir gemeinsam entwickeln und vermarkten, eingesetzt haben, konnten wir einen wirklich globalen Ansatz wählen. Wir glauben, dass die Ergebnisse, die die Wissenschaftler präsentiert haben, sehr klar machen, welchen Herausforderungen BT, Cisco und andere Unternehmen in aller Welt sich gegenübersehen. Wir sind nicht nur bestrebt, die Nachhaltigkeit zu einem festen Bestandteil unserer Strategien zu machen, sondern wir wollen hierdurch unsere Unternehmen auch besser und wettbewerbsfähiger machen.“

Phil Smith, VP Technology Marketing, Cisco, sagte dazu: „Es ist entscheidend, dass Nachhaltigkeit im Mittelpunkt der Strategie steht, der ein Unternehmen folgt. Die Fähigkeit, in virtuellen Teams weltweit zusammenzuarbeiten, wird uns helfen, dieses Vorhaben zu verwirklichen. Dieses Projekt, das erstmalig in dieser Form stattgefunden hat, zeigt, dass es durch den Einsatz innovativer neuer Collaboration-Tools wie TelePresence möglich ist, wesentliche, innovative Forschung in globalen Teams durchzuführen. Wir finden dieses Projekt sehr interessant, da wir nicht nur ein sehr nützliches Werk unterstützen, sondern dabei auch das große Potenzial von TelePresence und den Beitrag dieser Technologie zu nachhaltigen Strategien demonstrieren konnten.“ 

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