„Big Five“ der Digitalisierung sind die Chance für Europa

Die Deutsche Telekom will mit neuen Allianzen und Produkten die digitale Wirtschaft voranbringen. Die fünf wichtigsten Treiber - die „Big Five“ der Digitalisierung - sind: Standards, Datenanalyse, Sicherheit, Cloud-Plattformen und Konnektivität.

„Um bei der Vernetzung von Produktion und Produkten global ganz vorne mit dabei zu sein, muss Deutschland in Europa und der Welt mit einer Stimme sprechen“, sagt Telekom-Vorstand und T-Systems CEO Reinhard Clemens. „Dann haben wir die besten Chance für ein Wirtschaftswunder 4.0“, unterstreicht Clemens das Stand-Motto der Telekom auf der CeBIT in Hannover.

Standards: Konsortium für Industrie 4.0 mit SAP gegründet.
Die Deutsche Telekom und SAP gründen ein Konsortium, um Industrie 4.0 aus Deutschland dauerhaft in der Weltspitze zu etablieren. Durch das Verschmelzen von Produktionstechnik mit IT und Telekommunikation entstehen neue Wertschöpfungsnetzwerke. Dafür braucht die Industrie neue Steuerungsmöglichkeiten und damit auch Standards.

„Einfach, pragmatisch und schnell wollen wir De-Facto-Standards schaffen“, so Clemens. Das Konsortium sei offen für weitere Partner, Gespräche mit der Industrie seien bereits aufgenommen. „Wir müssen uns nicht vor Standards aus den USA fürchten. Wir wollen, dass bei einem so wichtigen Thema Deutschlands Stimme auch gehört wird.“

Big Data: Bundesdatenschützer geben grünes Licht für Telekom-Modell.
Mit dem Internet der Dinge produzieren Menschen und Maschinen eine rasant steigende Zahl von Daten. Damit Wirtschaft und Wissenschaft diese Daten für neue Geschäfts- und Prozessmodelle sinnvoll und datenschutzkonform nutzen können, bietet die Telekom eine neue Lösung: Die Datenanalyse arbeitet mit anonymisierten und zu Gruppen zusammengefassten Mobilfunkdaten. Das lässt keinen Rückschluss auf einzelne Handy-Nummern zu.

Für die Gruppen-Informationen Postleitzahl, Alter und Geschlecht kann jeder Nutzer selbst bestimmen, ob seine Daten einfließen sollen (Opt-out). „Damit gehen wir über gesetzliche Anforderungen hinaus und sind ein Vorreiter für faire und transparente Datenanalysen“, erläutert Clemens. Das neue Telekom-Modell hat die Bundesdatenschutz-Behörde von Andrea Voßhoff überzeugt: Nach intensiver Prüfung gab sie erstmals grünes Licht für eine solche Lösung.

Ein erstes Pilotprojekt verdeutlicht die Vorteile für Fahrgäste im öffentlichen Personennahverkehr: Die VAG Nürnberg will mit der Lösung das Verkehrsmanagement im Großraum der Stadt verbessern. Die neue Analyseform liefert im Vergleich zu früheren Zählungen von Hand erstmals ein genaues Gesamtbild, wie die Verkehrsströme im Tagesverlauf durch den Großraum Nürnberg fließen und welche Verkehrsmittel wie oft genutzt werden. „Am Ende profitieren die Fahrgäste durch eine bessere Anbindung und optimierte Fahrpläne davon“, betont Clemens.

Sicherheit: einfache, kostenlose Grundversorgung für alle.
Die größte Sicherheitslücke der digitalen Gesellschaft stellen heute die ungesicherten Geräte von Verbrauchern und Kleinunternehmen dar. Um Abhilfe zu schaffen, schließt die Telekom eine neue Partnerschaft mit vier Anbietern von Sicherheitslösungen: Avira (Antiviren-Software), Steganos (verschlüsselte VPN-Verbindung), Strato (sicheres Daten-Backup in deutschen Rechenzentren) und Secomba (verschlüsselte Datenablage auf beliebigen Speichermedien).

Zusammen mit diesen vier Anbietern hat der Konzern ein neues kostenloses Schutzpaket für Privatkunden sowie kleine und mittelständische Unternehmen geschnürt. Es bündelt freie Produkte der Partner über einen Zugang und macht es so den Anwendern besonders einfach, ihre Geräte zu schützen. Das Schutzpaket bringt die Telekom im zweiten Quartal auf den Markt.

„Sicherheit darf nicht an Komplexität scheitern“, fordert Telekom-Vorstand Clemens. Alle vier Partner stammen aus Deutschland, „Das stärkt die deutsche Sicherheitsindustrie.“ Die Telekom wird das Angebot mit weiteren Partnern und Produkten ausbauen. Künftig soll auch eine Bezahl-Version mit erweitertem Umfang starten.

Telekom startet für Industrie 4.0 die Cloud der Dinge.
Um Großindustrie und Mittelstand einfach und ohne großes Eigen-Investment bei ihren Digitalisierungsstrategien zu helfen, bringt die Telekom zwei neue Cloud-basierte Plattformen an den Start. Für Konzerne präsentiert der Konzern auf der Messe die „Connected Industry Platform“.

„Zu Beginn haben wir ausschließlich Fahrzeuge für die Automobilwirtschaft vernetzt. Mit der neuen Plattform können unsere Kunden jetzt eine ganze Reihe beliebiger Dinge einfach anbinden“, verdeutlicht Clemens. „Es ist also eine Plattform für alle Industrien.“

Frühere Pilotprojekte seien jetzt im Echtbetrieb – darunter die Hamburger Hafenlogistik und die Plattform für eine Million vernetzte Fahrzeuge. Letztere ist bereits ein Exportschlager: Mit China Mobile hat die Deutsche Telekom ein Joint Venture für das vernetzte Auto gegründet.

Im weltgrößten Automobilmarkt rollen über 140 Millionen Fahrzeuge auf den Straßen. Hamburgs Hafenbehörde, SAP und die Telekom haben gerade einen Vertrag unterschrieben, um Container-Terminals mit Lkws zu vernetzen. Die verbesserte Logistik erhöht den Umschlag im Hafen deutlich.

Um dem Mittelstand den Einstieg in Industrie 4.0 zu erleichtern, bietet die Telekom jetzt neu ein „Industrie 4.0-Paket“. Damit können kleine und mittelständische Betriebe Maschinen einfach vernetzen und ihre Fertigung weltweit überwachen. Das Paket enthält: Hardware, SIM-Karte und Datentarif sowie den Zugang zur Plattform, alles aus der Telekom-Cloud und hoch sicher.

Konnektivität: Mit neuen Digitalisierungspaketen immer im besten Netz
Auf der CeBIT zeigt die Telekom fünf Digitalisierungspakete speziell für den Mittelstand: IP, Office, Hotspot Plug’n’Play, Industrie 4.0 und MagentaEINS Business. Sie alle adressieren die Bedarfe von kleinen und mittelständischen Unternehmen und nutzen immer das beste Netz der Telekom.

Brandaktuell präsentiert der Konzern den neuen Hotspot Plug’n’Play, mit dem Geschäftsinhaber ihren Kunden kostenlos und ohne Haftungsrisiko WLAN bereitstellen können: ohne Log-in direkt mit einem Klick ins Internet. Der Hotspot stellt zwei getrennte Bereiche bereit: einen fürs Geschäft und einen für die Gäste.

„Damit schaffen Cafés, Bibliotheken oder Boutiquen ein Kundenerlebnis, das einen Besuch in der Innenstadt für Online-Affine attraktiver macht“, sagt Clemens. Das ebenfalls neue Paket MagentaEINS Business bietet jetzt auch Geschäftskunden kombinierte Festnetz- und Mobilfunk-Angebote. Sie erhalten damit einen IP- und einen Mobilfunk-anschluss sowie eine Cloud-Komponente. Bereits vergangenes Jahr zur IFA startete MagentaEINS für Privatkunden.

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